Nationale Gebetsbewegung

Nationale Gebetsbewegung


Die letzten 21 Tage haben wir jeden Tag eine bestimmte Zeit dem Gebet gewidmet. Wir glauben, dass in der Einheit der Gebetsanliegen ein Segen und eine Kraft liegen und hoffen, dass das Gebet in unseren Herzen zunimmt. Zum Abschluss dieser Gebetsreise wollen wir uns auch daran erinnern, dass Gott der "Herr des Universums" ist. Auch diese Zeit ist eine Zeit Gottes. Sie hat ein "Wozu" und wird dürfen danach fragen.

Die letzten Tage und Wochen haben unseren Alltag verändert. Wenn die Erschütterungen die Strukturen des Alltags durcheinanderbringen, wenn Gewohntes plötzlich nicht mehr ist, kommt Unsicherheit und Angst auf. Angst dient dazu, Gefahr zu erkennen. Sie aktiviert in uns eine Reaktion. Sie macht uns physisch und psychisch bereit, uns zu schützen.

Gott begegnet dem Leid, der Unsicherheit und der Angst, indem er sich von ihr konfrontieren lässt. Er weicht dem Kreuz nicht aus. Jesus Christus ahnt, dass der bittere Kelch nicht an ihm vorbei gehen wird. Sein Widerstand führte ihn in die Ergebung. Angst und Tod werden nicht bagatellisiert. Der Bruch in der Schöpfung, die Trennung zwischen Gott und Mensch werden nicht schöngeredet. Gott solidarisiert sich mit uns Menschen. Er ist einer von uns geworden. Gott selbst ist es, der sagt: Wir schwachen, sterb­lichen, mal frohen, mal traurigen, hoffnungsvollen und verzweifelten Menschen. Weil Gott einer von uns wird, weil Gott Leid und Tod erleben musste, wird er uns ganz nahe. Darf Gott dir so nahe sein, dass er so wird wie du bist? Gott solidarisiert sich mit uns.

Wozu erleben wir diese Erschütterung? In der Erschütterung fangen wir an nach Gott zu fragen. Gott ist da und er sehnt sich, dass mitten in den äusserlichen Erschütterungen unser eigenes Herz aufgerüttelt wird und zu ihm aufgeht. Wir dürfen es zulassen, freiwillig, niemand wird dazu gedrängt. Erschütterungen bringen hervor, was erneuert werden muss. Das Kreuz macht deutlich, was vergänglich ist.

Der Heilige Geist ist dieser Lebensoden, der alles erweckt. Er erfüllt, wer mit Jesus Christus verbunden ist. Er erfüllt, wer Karfreitag und Ostern begegnet ist und begegnet. Nicht wie ein Aussenbetrachter, sondern als einer, der von der Botschaft des Evangeliums berührt wurde.

Beten wir dafür, dass das «Wozu» dieser gegenwärtigen Krise sich darin erfüllt, dass Menschenherzen aufgehen und ihr Leben Gott anvertrauen.

Autor: Christian Meier, Pfarrer